Farbenfehlsichtigkeit
In der Umgangssprache meint man mit Farbenblindheit eigentlich die Farbenfehlsichtigkeit oder Farbschwäche. Absolute Farbenblindheit ist glücklicherweise sehr selten. Die häufigste Störung ist die Rot-Grün-Schwäche.
Seiteninhalt:
- Wie kommt das Farbensehen zu Stande?
- Was versteht man unter Farbenfehlsichtigkeit?
- Was ist Farbenblindheit?
- Wie untersucht man den Farbensinn?
- Was kann man dagegen tun?
Wie kommt das Farbensehen zu Stande?
Unser Auge ist mit verschiedenen Lichtempfängern (Rezeptoren) ausgerüstet. Für das Farbensehen haben wir in unserem Netzhautzentrum etwa 7 Millionen Zapfen. Einige Zapfen sind für die Wahrnehmung der Farbe Rot, andere für Grün oder Blau spezialisiert.
Aus der Mischung dieser drei Grundfarben entsteht der Sinneseindruck Farbe. Wir sehen zum Beispiel Gelb, wenn die Rezeptoren für Grün und Rot durch gelbes Licht in einem bestimmten Verhältnis gereizt werden.
In der Nacht sehen wir übrigens mit anderen Sinneszellen: Den etwa 130 Millionen sogenannten Stäbchen. Sie sind auf die Wahrnehmung von hell/dunkel spezialisiert und können keine Farben unterscheiden. Deshalb sehen wir nachts keine Farben. Die Redewendung "Nachts sind alle Katzen grau" kann also zumindest aus wissenschaftlicher Sicht bestätigt werden.
Was versteht man unter Farbenfehlsichtigkeit?
Bei der Farbenfehlsichtigkeit ist durch einen angeborenen (genetischen) Defekt mindestens eine der drei Zapfenarten nicht normal funktionsfähig und die entsprechende Grundfarbe kann nicht normal wahrgenommen werden. Dadurch können Betroffenen gewisse Farben gar nicht oder nur schlecht unterscheiden. Etwa 8.4% der Männer und 0.8% der Frauen haben eine Farbenfehlsichtigkeit.
Am häufigsten ist die Rot-Grün-Sehschwäche. Dabei funktioniert die Zapfen für Grün oder Rot nicht mehr normal.
Was ist Farbenblindheit?
Wenn alle drei Zapfenarten ausfallen können Betroffene keine Farben mehr wahrnehmen. Dabei ist die eigentliche Farbenblindheit meist das kleinste Problem. Die Betroffenen leiden viel mehr unter der stark verminderten Sehschärfe (etwa 10-15% der normalen Sehschärfe) und einer starken Blendempfindlichkeit. Glücklicherweise ist diese ebenfalls vererbte Störung sehr selten.
Wie untersucht man den Farbensinn?
Für die Untersuchung des Farbsinns gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Bildtafeln (Ishihara Test)
- Farbige Holzplättchen (Farnsworth Test)
- Optikinstrument (Anomaloskop)
Bildtafeln - Ishihara Test:
Bildtafeln auf denen Menschen mit normalem Farbsinn Ziffern sehen, die für Farbenfehlsichtige nicht erkennbar sind.
Dieser Test eignet sich vor allem für angeborene Farbsinnschwächen und bringt einen raschen Überblick über die Farbtauglichkeit des Untersuchten. Für Kinder, die Zahlen noch nicht kennen gibt es spezielle Tafeln mit einfachen Symbolen.
Farbige Holzplättchen - Farnsworth Test:
Kleine farbige Holzplättchen müssen dabei nach Farbton geordnet werden. Je nach Fehler in dieser Anordnung kann man sehr genau auf die zu Grunde liegende Farbsinnstörung schliessen.
Optikinstrument - Anomaloskop:
Gerät zur Erkennung und genauen Ausmessung (Quantifizierung) der Rot-Grün-Farbsehschwäche.
Was kann man dagegen tun?
Die Farbenfehlsichtigkeit ist nicht heilbar. Wenn es sich nicht gerade um die schwere Störung der Farbenblindheit handelt, fühlen sich Betroffen meist erstaunlich wenig beeinträchtigt durch Ihre Farbsehschwäche.
Zu beachten gilt es, dass gewissen Berufe für Betroffene nicht möglich oder ungeeignet sind: Beispielsweise Polizist, Berufspilot, Lokomotivführer, Grafiker/Drucker usw.
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