Altersbedingte Makuladegeneration
Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine Erkrankung des Netzhautzentrums (Makula) im Augenhintergrund, die das schärfste Sehen bedroht.
Seiteninhalt:
- Was ist die Makula?
- Was ist eine Altersbedingte Makuladegeneration?
- Welche Beschwerden treten auf?
- Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
- Werde ich blind?
- Fragen
Was ist die Macula?
Als Makula oder Gelben Fleck bezeichnet man das Netzhautzentrum. Dort befinden
sich besonders viele Sehzellen was uns das scharfe Sehen (Lesen) und das Farbensehen ermöglicht.
Was ist eine Altersbedingte Makuladegeneration?
Als Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) bezeichnet man eine altersbedingte Erkrankung der Netzhaut bei der die Sehzellen im Netzhautzentrum absterben. Mit zunehmender Lebenserwartung der Menschen hat auch die AMD zugenommen. Mittlerweile ist sie der häufigste Grund für eine schwere Sehbehinderung bei Menschen über 55 Jahren. Im Volksmund spricht man auch von "Altersflecken" der Netzhaut.
Die Vererbung beziehungsweise genetische Faktoren sowie Umwelteinflüsse (zum Beispiel Sonnenlichtbelastung) scheinen bei der Entstehung der AMD eine wichtige Rolle zu spielen.
Es werden zwei Formen der AMD unterschieden:
- Trockene AMD: Beginn mit Ablagerungen (Drusen) von Stoffwechselprodukten. Im weiteren Verlauf kann es zu einem Absterben der Sehzellen und damit Sehverlust im Netzhautzentrum kommen. Neun von zehn Betroffenen leiden unter dieser meist schleichend fortschreitenden Form der AMD.
- Feuchte AMD: Manchmal geht die trockene Form der AMD in eine feuchte Form über. Dabei entstehen unter der Netzhaut flächige Membranen von neuen Gefässen (Choroidale Neovaskularisationen / CNV), die leicht bluten können. Daher die Bezeichnung "feuchte AMD". Bei dieser Form der AMD kommt es meist zu einem sehr rasch auftretenden Verlust der Lesefähigkeit oder Auftreten von Bildverzerrungen. Eine geeignete Behandlung sollte möglichst rasch eingeleitet werden.
Welche Beschwerden treten auf?
Die Makuladegeneration äussert sich vor allem durch eine Verminderung der Sehschärfe und Lesefähigkeit sowie durch das Auftreten von Bildverzerrungen (Metamorphopsien). Es ist wichtig beim Auftreten dieser Beschwerden rasch einen Augenarzt zu konsultieren, damit möglichst schnell eine geeignete Abklärung und Behandlung eingeleitet werden kann. Zeitgewinn bedeutet in diesen Fällen oft auch eine Verbesserung der Prognose.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Bei der schleichend fortschreitenden trockenen AMD ist ein konsequenter Lichtschutz sowie eine ausgewogene Ernährung sehr wichtig. Aus grossen Studien gibt es Hinweise, dass durch eine Nahrungsergänzung mit Vitaminen, Zink und Luthein der Verlauf günstig beeinflusst werden kann. Die Wirksamkeit ist aber nur für eine höhere Dosierung bewiesen, die auch Nebenwirkungen hervorrufen kann. Darum muss die Durchführung dieser Behandlung (Tabletten) individuell entschieden werden. Vom Rauchen ist dringend abzuraten.
Bei der rasch fortschreitenden, feuchten AMD kommen laufend neue Behandlungsmöglichkeiten aus der Forschung in den augenärztlichen Alltag.
- Zu Beginn wurde meist der Netzhautlaser angewendet, der neben der Zerstörung der Gefässneubildungen auch die Netzhaut selber irreversibel schädigte und meist nur den Sehausfall etwas begrenzen konnte.
- Danach folgte die Einführung der Photodynamischen Therapie (PDT). Diese Therapie ermöglicht es, ein in die Venen gespritztes Medikament (Verteporfin, Visudyne®) mit einem Laser im Bereich der Makula gezielt zu aktivieren und dadurch die krankhaften Gefässe zu verschliessen. Der Verlauf der Erkrankung kann dabei verlangsamt oder aufgehalten werden. Seltener resultiert eine Verbessung der Sehschärfe.
- Aktuell kommen nun Medikamente (Lucentis®, Avastin®) zur Anwendung, die gezielt bei der Entstehung der Gefässneubildungen angreifen können und sehr vielversprechende Resultate zeigen.
Werde ich blind?
Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es zu einem grauen Fleck im Bildzentrum, dabei bleibt das äussere Gesichtsfeld stets erhalten und die Gefahr einer vollständigen Erblindung besteht nicht.
Link zu einer Patienteniformationsbroschüre über AMD.
Broschüre "Hilfe für den Alltag" von Retina Suisse.
Fragen
Ich habe in der Zeitung einen Bericht gelesen von einem Medikament mit Heidelbeerextrakt (Myrtaven®) zur Behandlung der Altersblindheit. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Medikament gemacht?
Ich setzte dieses Medikament manchmal ergänzend zu den oben erwähnten, schulmedizinischen Methoden ein. Die Verträglichkeit dieses pflanzlichen Medikaments ist in der Regel sehr gut, Unverträglichkeiten sind selten. Es muss aber ganz klar festgehalten werden, dass die Wirksamkeit bei Altersbedingter Makuladegeneration nicht in aussagekräftigen wissenschaftlichen Studien bewiesen wurde.
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